Dafne™: Die Wissenschaft hinter dem System
Elektrobiostimulation (EBE™) – Funktionale Elektrostimulation zur gezielten Aktivierung, Regeneration und Schmerzreduktion
Die Therapie besteht in der Anwendung von elektrischen Strömen zu therapeutischen Zwecken. Je nach gewähltem Programm werden spezifische Effekte auf das Gewebe, insbesondere auf erregbare Strukturen (Nerven und Muskeln), erzielt. Der Körper empfindet eine angenehme Stimulation durch die Interferenz zwischen zwei Mittelfrequenz-Sinuswellengeneratoren, die auf der Muskelebene zusammenlaufen und die Kontraktion mit der gewünschten Frequenz erzeugen. Die so erzeugte Elektrostimulation ist in der Lage, Muskeln wie die des Beckenbodens, die sonst nur schwer erreicht werden könnten, stark zu stimulieren.
Elektrischer Strom kann, bei richtiger Modulation, verschiedene physiologische Reaktionen hervorrufen. Funktionelle Elektrostimulation (FES) aktiviert Nerven und Muskeln und führt so zu funktionellen Muskelkontraktionen, die schrittweise willentlich gesteuert werden können. Dieser Mechanismus ist besonders hilfreich zur Verbesserung der Beckenbodenfunktion, da er den Muskeltonus, die Muskelmasse und die Entspannung fördert. Bei Belastungsinkontinenz (SUI) bewirkt FES die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur (PFM) durch Stimulation sowohl der Muskelfasern als auch des Pudendusnervs. Bei überaktiver Blase (OAB) und Dranginkontinenz (UUI) wirkt FES durch reflexartige Hemmung der Detrusorüberaktivität, die durch die Aktivierung afferenter Fasern im Pudendusnerv erreicht wird.
Eine Zweiphasenkompensierte Stimulation wirkt zusätzlich auf die Beckenmuskulatur mittels Niederspannungs-Elektroimpulsen zur Behandlung von Schmerzzuständen (TENS). Diese Art von Strom ist in der Lage, das für das Schmerzempfinden verantwortliche nozizeptive System zurückzusetzen und die Produktion von Neuropeptiden und Neuromediatoren mit analgetischer Wirkung anzuregen.
Die Dafne Elektrotherapie nutzt ebenfalls eine unkonventionelle Technologie zur elektrischen Stimulation: Mikroströme (MENS). Dabei handelt es sich um Ströme geringer Intensität im Mikroamperebereich, d.h. unterhalb der vom Patienten wahrgenommenen Schwelle. Zu den Vorteilen dieser Technologie gehört die Geweberegeneration, auch durch deren Fähigkeit, die Kollagenproduktion anzuregen.
Photobiostimulation (PDE™) – Regenerative Lichttherapie zur Zellaktivierung, Heilung und Entzündungshemmung
Die Stärke der LEDs regeneriert die Zellaktivität. Athermische Energie einer Lichtquelle aktiviert natürliche biologische Prozesse. Die Energie der LEDs wird vom Körper über Photorezeptoren aufgenommen, die die Photonen absorbieren und so die Stoffwechselaktivität der Zellen steigern, wodurch die ATP-Produktion beginnt. Je nach Wellenlänge können unterschiedliche biologische Effekte erzielt werden:
Blaulicht 420 nm - Die Wirkung des blauen Lichts wirkt antibakteriell und entzündungshemmend in den oberen Schichten.
Rotlicht 630 nm - Das rote Licht stimuliert, heilt und regeneriert geschädigtes vulvovaginales Gewebe, fördert die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Epithelgewebes und regt die Befeuchtung an.
Infrarotlicht 870 nm - NIR-Licht (Nahinfrarot) stimuliert entzündungshemmende und geweberegenerierende Wirkungen, die sich ideal für die Nachbehandlung nach Laserbehandlungen und zur Schmerzlinderung eignen.
Elektroporation (EPE™) – Nadelfreie Wirkstoffpenetration durch kontrollierte Zellmembranaktivierung
EPE™ (Elektroporationsenergie) ist die von Novavision entwickelte, fortschrittliche Elektroporation. Es handelt sich um ein hochfunktionales, kontrolliertes Energiesystem, das präzise modulierte elektrische Impulse nutzt, um die Permeabilität von Zellmembranen vorübergehend zu erhöhen. Dadurch entstehen reversible Nanoporen, die den transdermalen und transmukosalen Transport aktiver Moleküle in tiefere Gewebeschichten ermöglichen (nadelfreie Mesotherapie). Die Molekülaufnahme beginnt unmittelbar nach Anlegen des elektrischen Feldes und setzt sich durch passive Diffusion bis zu 30 Minuten nach der Stimulation fort.
EPE™ erleichtert die Absorption sowohl kleiner Ionen (~1 Da) als auch von Makromolekülen (>100 kDa). Es verbessert die Penetration von Hyaluronsäure, Wachstumsfaktoren, Vitaminen und anderen biostimulierenden Substanzen. EPE™ ist eine sichere, nicht-invasive Alternative zu Injektionen und wird von Patienten gut angenommen.
Gasunterstützte O₂/CO₂ - Therapie zur nichtinvasiven Regeneration des Vulvagewebes
DAFNE erzeugt und verabreicht zwar kein Gas direkt, das neu entwickelte externe Vulva-Handstück ist jedoch so konstruiert, dass es die kontrollierte Zufuhr von medizinischem Sauerstoff (O₂) oder Kohlendioxid (CO₂) aus einer externen Quelle ermöglicht. Diese Integration erlaubt es Ärzten, die therapeutische Wirksamkeit durch die Nutzung der physiologischen Vorteile der topischen Gasapplikation auf mukokutanes Gewebe zu steigern.
Die Technologie fördert die Angiogenese und die Kapillardichte in tieferen Schleimhautschichten. Die O₂-Zufuhr unterstützt sauerstoffabhängige Heilungsprozesse, steigert die Zellatmung und verbessert die Gewebeoxygenierung in hypoxischen Umgebungen. Die CO₂-Applikation bewirkt eine Vasodilatation, fördert die Verbesserung der Mikrozirkulation und stimuliert die Angiogenese über den Bohr-Effekt. Beide Gase unterstützen das Kollagen-Remodeling, die Hautelastizität und die epidermale Regeneration im oberflächlichen Intimbereich. Das Verfahren ist nicht-invasiv und wird vom Vulvagewebe gut vertragen, insbesondere von postmenopausalen oder postoperativen Patientinnen.